TEST5

Biodiversität

  • Agrobiodiversität
  • Landschaftspflegeleistung

Agrobiodiversität

Die heutige Kulturlandschaft Mitteleuropas ist das Ergebnis aktueller und historischer Landnutzung, innerhalb derer die Landwirtschaft über Jahrtausende zur Erhaltung und Steigerung der biologischen Vielfalt beigetragen hat. Mit der Intensivierung und Umstrukturierungen der Landwirtschaft wurde in Agrarökosystemen ein Rückgang von Arten dokumentiert, der als negativer Einfluss auf die Biodiversität angesehen wird. Analysen der Ursache-Wirkungs-Beziehungen sind aufgrund der hohen Komplexität der belebten Umwelt schwierig. Dieser und weitere Effekte werden daher mit Umweltwirkungen erklärt, mit denen die Landwirtschaft in Verbindung gebracht wird.

Beispiele zum Einfluss betrieblicher Maßnahmen und Tätigkeiten auf Organismengruppen sind:

  • Fruchtartendiversität
    Rückwirkungen auf Arten- und Individuenzahlen von Laufkäfer, Webespinnen, Kurzflügelkäfer u.a.
  • Gründüngung / Hofdünger
    Veränderung der biologischen Aktivität der Bodenorganismen nach Bewirtschaftungswechsel
  • Minimalbodenbearbeitung
    Veränderung und Anpassung der Zoozönosen (z.B. Zunahme der Regenwurmpopulation)
  • Mineraldüngung
    Mykorrhiza Zunahme bei rückläufiger Mineraldüngung
  • Pflanzenschutz (chemisch)
    Geringe Minderung der Artenzahlen, Steigerung der Individuenzahlen bei Laufkäfer, Webespinnen, Kurzflügelkäfer
  • Strukturelemente
    Förderung der Artenzahlen von Laufkäfer, Schwebfliegen, Blütenbesucher, Verminderung des Blattlausbesatzes an Weizen
  • Ökologischer Landbau
    Arten- und Biomassezunahme, höhere biologische Bodenaktivität Tendenz der Zunahme zoophager Dipteren
  • Blütenangebot
    Erhöhung der Abundanz von Bestäubern durch Blütenangebot

Auf Grund der angeführten Sachzusammenhänge besteht die Möglichkeit aus einer Analyse des landwirtschaftlichen Betriebssystems indirekte Aussagen über die Beeinflussung der an das Agrar-Ökosystem gebundenen Organismen (insbesondere funktionstragende Gruppen) abzuleiten. Der Indikator beurteilt demzufolge die systemimmanenten Leistungen eines Betriebssystems und beschreibt somit den „ökologischen Grundzustand“ des jeweiligen Betriebssystems.

Landschaftspflegeleistung

Der Indikator Landschaftspflegeleistungen bildet Aktivitäten ab, die der Betriebsleiter gezielt zur Förderung und Erhaltung der Biodiversität erbringt. Solche Aktivitäten lassen sich in Maßnahmen unterscheiden, die auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen (LN) oder außerhalb dieser Flächen durchgeführt werden. Zu Ersteren gehören alle Maßnahmen, die mit der Anpassung der Bewirtschaftung verbunden sind (z.B. Verzicht auf PSM). Hierzu zählen die Teilindikatoren Anteile extensiv bewirtschaftete Fläche, Anteil Ackerrandstreifen und Brachen sowie der Anteil pfluglose Bodenbearbeitung. Zu Aktivitäten außerhalb der LN gehören die Anlage und Pflege von Landschaftselementen wie Hecken und Raine. Als Teilindikator wird hierzu der Anteil ökologisch landeskulturelle Vorrangflächen (ÖLV) verwendet.