Bodenschutz

Humusbilanz

Die Bedeutung des Humussaldos liegt in der komplexen Beeinflussung nahezu aller Bodeneigenschaften und -funktionen durch die organische Bodensubstanz. Zahlreiche Stoffumsatzprozesse im Boden werden durch die Zufuhr organischer Substanz nachhaltig aktiviert. Die Humusversorgung ackerbaulich genutzter Böden dient nicht nur der Ertragssicherung, sie hat - insbesondere durch die Steuerung des Kohlenstoff- und Stickstoffumsatzes - auch eine ökologische Relevanz:

  • als Speicher und Transformator von Nährstoffen, insbesondere von Stickstoff, Schwefel und Phosphor:
    allmähliche Nährstoffnachlieferung und Verbesserung der Nährstoffausnutzung,
    wichtiger N-Pool im Stickstoffkreislauf mit 95 bis 98 % des Gesamt-N des Bodens;
  • als Filter und Puffer:
    Immobilisierung und Entgiftung toxischer Substanzen;
  • als CO2-Senke:
    temporäre C-Speicherung und Beeinflussung des CO2-Haushaltes der Atmosphäre;
  • durch die Förderung der bodenbiologischen Aktivität:
    erhöhter mikrobieller Umsatz und Besiedlung durch Bodenfauna bei guter Humusversorgung, damit verbundene phytosanitäre Wirkungen und Möglichkeit zur Einsparung von Pflanzenschutzmitteln;
  • beim Aufbau eines günstigen Bodengefüges:
    erhöhte Aggregatstabilität, gute Bodendurchlüftung, verbesserte Wasserspeicherung und Durchwurzelbarkeit;
    verminderte Bodenerosion durch geringere Verschlämmungsneigung,
    höhere Infiltrationsrate und geringeren Oberflächenabfluss,
    Verminderung der Gefahr von Bodenschadverdichtung.

Ebenso negativ wie eine mangelnde Zufuhr ist die Überversorgung mit organischer Substanz, die zu unkontrollierter Mineralisation und zu erhöhten Nährstoffverlusten führen kann.

Erosion

Eine nachhaltige Landwirtschaft erfordert den Schutz des Bodens als Produktionsgrundlage und die Erhaltung der Bodenfunktion. Bereits im Bundesbodenschutzgesetz sind Anforderungen an die Vorsorge gegen schädliche Bodenveränderungen und die Gefahrenabwehr definiert. Erosion zählt weltweit noch immer zu einer der bedeutendsten Ursachen für Bodendegradationen. Da durch diese zum Teil irreversible Bodendegradierungen mit erheblichen sozialen, wirtschaftlichen und umweltrelevanten Folgen entstehen, gilt Erosion weltweit als eine der größten Herausforderung. Vor dem Hintergrund der Umgestaltung betrieblicher Anbausysteme (z.B. Biomasseproduktion), intensive Bodenbearbeitung oder der Klimaänderung sollte Erosion verstärkte Aufmerksamkeit im Betriebsmanagement zukommen.
Mit dem Indikator Wassererosion werden die potentiellen Bodenverluste durch Wasser abgeschätzt und somit die Wirkungen auf die Ressource Boden überprüft.

Bodenschadverdichtung

Die Folgen von Bodenschadverdichtungen sind vielfältig und beeinträchtigen alle wesentlichen Bodenfunktionen. So wird der Gasaustausch im Profil vermindert und eine verringerte Infiltrationsleistung infolge kompakter Gefüge führt zu einer Zunahme von Oberflächenabfluss und Wassererosion. Sowohl aus landwirtschaftlicher als auch ökologischer Sicht ist bedeutsam, dass starke Bodenverdichtung ertragsmindernd wirken kann. Das Ertragspotenzial wird nur unzureichend ausgenutzt und die Effizienz der eingesetzten Betriebsmittel vermindert sich. Besonders problematisch sind diese Gefahren vor dem Hintergrund, dass Verdichtungen über einen langen Zeitraum Bestand haben.

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