Wasserschutz

Stickstoffbilanz

Der am häufigsten verwendete Agrarumweltindikator ist der N-Saldo der flächenbezogenen Stickstoffbilanz. Der Indikator erfüllt allgemeine Anforderungen:

  • Datenverfügbarkeit:
    Sämtliche Eingangsdaten zur Erstellung flächenbezogener Stickstoffbilanzen werden in Ackerschlagkarteien geführt.
  • Reproduzierbarkeit:
    Ist die Methode der N-Bilanzierung eindeutig definiert (durch Vorgabe der Koeffizienten/Algorithmen), sind auch die Ergebnisse reproduzierbar.
  • Grenzwertfähigkeit:
    Zielwerte für N-Salden lassen sich ökologisch und ökonomisch ableiten. Es existieren Vorschläge für regional differenzierte Zielwerte.
  • Modelltauglichkeit:
    Der N-Saldo ist kostengünstig zu ermitteln und in ökologisch-ökonomische Modelle zu integrieren.

Der N-Saldo steht in enger Beziehung zur Landwirtschaft und ist durch landwirtschaftliche Maßnahmen beeinflussbar. In der Stickstoffbilanz und im N-Saldo spiegeln sich u. a. die Struktur (Tierbesatz, Fruchtfolge), die Intensität (Dünger- und PSM-Einsatz) und die Verfahrensgestaltung (Düngerapplikationsverfahren) direkt oder indirekt wider. Alle Maßnahmen, die ertragsrelevant sind, beeinflussen zugleich die N-Entzüge der Kulturpflanzen. Fehler im N-Management schlagen sich früher oder später auch im N-Saldo nieder.
Zusätzlich weist der N-Saldo enge Beziehungen zu verschiedenen Umweltbereichen auf. Der flächenbezogene N-Saldo beschreibt das Gesamtverlustpotenzial an reaktiven N-Verbindungen. Der Verlustpfad (gasförmig oder sickerwassergebunden) kann nicht angegeben werden. Doch je höher der N-Saldo ist, umso größer ist auch die Gefahr umweltrelevanter N-Emissionen, die in verschiedenen Bereichen (Gewässer, Atmosphäre, naturnahe Biotope) wirksam werden.

Nitrataustrag im Sickerwasser

Der Indikator beschreibt die potentielle Konzentration von Nitrat im Sickerwasser unterhalb des effektiv durchwurzelten Bereichs und charakterisiert somit gleichzeitig die Gefährdung des Grundwassers bzw. von Grund- oder Drainagewasser gespeisten Oberflächengewässern. Obwohl der gesundheitsgefährdende Aspekt von Nitrat im Trinkwasser gegenwärtig eher kontrovers diskutiert wird, stehen seitens der Gesetzgebung klare Grenzwerte zur Verfügung. Die ökologische Bedeutung ist künftig sicherlich verstärkt in der Eutrophierung der Oberflächengewässer zu sehen. Mit dem Inkrafttreten der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird bis 2015 die Zielstellung eines flächendeckenden Schutzes von Grund- und Oberflächenwasser umgesetzt. Als Grenzwert gilt eine Konzentration von 50 mg NO3/l bei einem Zielwert von 25 mg NO3/l. Die Ableitung des Indikators verlangt eine Verknüpfung von landwirtschaftlichen Produktionsdaten (Stickstoffbilanz) mit Standortdaten (Boden und Wetter). Er kann somit auch als ein Kennwert für eine standortangepasste Flächennutzung angesehen werden.

Phosphorsaldo

Als Hauptnährelement nimmt Phosphor in der landwirtschaftlichen Produktion eine zentrale Rolle ein. Ziel ist es, eine ausreichende Versorgung der Pflanzenbestände zur Sicherung der Ertragsleistung und Qualität zu gewährleisten. Die Bodenentzüge müssen entsprechend ersetzt werden, um langfristig einem Verlust der natürlichen Bodenfruchtbarkeit durch Unterversorgung entgegen zu wirken. Zusätzlich wirkt sich P-Mangel negativ auf die N-Aufnahme der Pflanzenbestände und somit indirekt auf den Einfluss dieses Nährstoffes auf Produktionsprozess und Umwelt aus. Andererseits kann eine Luxus- bzw. Überversorgung zu unkontrollierten Einträgen in Oberflächengewässer führen. Phosphor besitzt dadurch eine bedeutende Umweltrelevanz. Die Phosphorbilanz muss unter Berücksichtigung optimaler Nährstoffgehalte im Boden einen ausgeglichenen Ersatz der Pflanzenentzüge gewährleisten. Der P-Saldo steht in enger Beziehung zur Landwirtschaft und ist durch landwirtschaftliche Maßnahmen beeinflussbar. In der Phosphorbilanz und im P-Saldo spiegeln sich u. a. die Struktur (Tierbesatz, Fruchtfolge), die Intensität (Dünger-Einsatz) und die Verfahrensgestaltung direkt oder indirekt wider. Alle Maßnahmen, die ertragsrelevant sind, beeinflussen zugleich die P-Entzüge der Kulturpflanzen.

Pflanzenschutzintensität

Der Pflanzenschutz ist einer der wesentlichsten Faktoren zur Rationalisierung und Absicherung landwirtschaftlicher Produktionsverfahren. Ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermindert die Notwendigkeit des Einsatzes menschlicher Arbeitskraft, sichert die Ertragsbildung sowie -qualität und beeinflusst dadurch entscheidend das ökonomische Betriebsergebnis. Verschiedene Produktionsverfahren (z.B. Minimalbodenbearbeitung, Mulchsaat, Bestellung von Flächen nach der Stilllegung) sind unausweichlich mit dem Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel verbunden. Demgegenüber wird der chemische Pflanzenschutz auch dazu herangezogen, acker- und pflanzenbauliche Mängel auszugleichen oder als “Sicherheitsmaßnahme”, d.h. ohne fundierte Entscheidungsgrundlage (Warndienst, Feldkontrollen), durchzuführen. Die damit verbundenen Umweltrisiken (Stoffaustrag, Nahrungssicherheit) setzen Pflanzenschutzmaßnahmen am stärksten unter öffentlichen Druck und besitzen ein Negativimage. Der Gesetzgeber hat entsprechend reagiert und vermittelt mit der heutigen Pflanzenschutzgesetzgebung und begleitenden Regelungen hohe Umweltstandards und Verbrauchersicherheit.

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